Polypen/Adenoide

Vergrößerte Polypen führen häufig zu:

  • obstruktivem Schnarchen und einem dadurch bedingten Sauerstoffmangel. Die Kinder sind mitunter unausgeschlafen, trotz zeitlich ausreichender Schlafmenge.
  • einer erhöhten Infektanfälligkeit infolge einer verstärkten Mundatmung, da die Nase als Filterorgan als Schutz nicht ausreichend genutzt werden kann.
  • einer ein- oder beidseitigen Minderbelüftung des Mittelohres mit konsekutiven Paukenergüssen mit vorübergehender Hörminderung, die teilweise die Sprachentwicklung verzögert.

Hintergrund

Die Rachenmandel und die Gaumenmandel sind Teil des sog. lymphatischen Rachenrings, welcher sich aus der Zungengrundmandel, den Tubenwulstmandeln, den Seitensträngen und den Gaumenmandeln zusammensetzt. Umgangssprachlich werden sie im Volksmund auch als Polypen oder dritte Mandeln bezeichnet. Im Kindesalter kann dieses Gewebe bei einigen Kindern überproportional groß ausgeprägt sein, ohne dass man dabei an ein ernsthaft krankhaftes Geschehen denken muss. In der Folge kann es bei den Kindern unter Umständen zu einer ausgeprägten Schnarchatmung kommen, da die Nase infolge des durch die Adenoide blockierten Nasenrachens wenig bis gar nicht genutzt werden kann.

Therapien

nicht-operative Behandlung

Diese umfasst das Verwenden eines topischen Corticoids in Form eines Nasensprays für mehrere Wochen. Kann hierbei keine Verbesserung der Nasenatmung erzielt werden, stehen verschiedene operative Verfahren zur Verfügung.

Adenotomie “Polypenentfernung”

Ziel jeder Behandlung sollte es immer sein, eine Operation zu vermeiden. Besteht allerdings keine andere Option, wird im Rahmen einer sehr kurzen und vor allem schonenden Vollnarkose mithilfe einer sog. Larynxmaske das Rachenmandelgewebe (Adenoide, umgangssprachlich Polypen) ausgeschält. Meist führt dieser kurze, risikoarme, weitestgehend schmerzfreie, in der Regel komplikationslos verlaufende Eingriff zu einer raschen und vor allem anhaltenden Verbesserung der Gesamtsituation in der Entwicklung der Kinder. Nur sehr selten kommt es zu einem Nachwachsen der Rachenmandel, sodass ein zweiter Eingriff erforderlich werden kann. Mit dem Einschulungsalter ist die vorgenannte Problematik in der Regel beendet, da ein wesentlicher Teil der Ausbildung des Immunsystems abgeschlossen ist und das Gewebe des lymphatischen Rachenrings nicht mehr benötigt wird.

Tonsillotomie/Tonsillektomie

Bei übergroßen Gaumenmandeln (“Kissing tonsills”) wird die vorgenannte Problematik noch zusätzlich verstärkt. In diesen Fällen wird zusätzlich wie bei der Adenotomie eine Tonsillotomie (Verkleinerung der Gaumenmandel) mit dem Diodenlaser in Vollnarkose durchgeführt. Von einer chronischen Entzündung der Mandeln spricht man, wenn mehr als sechs antibiotikumpflichtige Entzündungen pro Jahr vorliegen. In diesen Fällen sollten die Mandeln entfernt werden, um Krankheiten des rheumatischen Formenkreises vorzubeugen.